Puppenspiel mit Ziege Grete und Kater Pocky

Zum Andenken an eine Ziege!

Die Ziege Grete lebte 1940 in einem kleinen Dorf im Harz. Sobald Klein-Illa groß genug war, musste sie täglich diese Ziege hüten. Illas Mama besaß keine Wiese, weshalb Grete nur das Gras am Wegesrand abweiden durfte. Illa lief den lieben langen Tag mit ihrer Grete sämtliche Wege ab, auf der Suche nach den saftigsten Kräutern. Indes Grete war zu faul, um sich nach Gräsern zu bücken.

„Sie sprang nur über Gräbelein und fraß kein einzig Blättelein, Mäh, Mäh!“ (Tischlein deck dich, Gebrüder Grimm)

Abends im Stall gab Grete nicht genug Milch fürs Abendessen. Zudem blökte sie die ganze Nacht. Da sagte die Mama ernst: „Illa, du hast die Ziege nicht richtig gehütet, sie hat noch Hunger!“ Pflichtbewusst pflückte Illa fortan Kräuter und ließ Grete daran schnuppern, bis die Ziege sich herabließ, zu fressen. Nichts schmeckte ihr! Die Ziege war Illas geschätzte und treue Gefährtin, aber sie nervte auch! Tatsächlich gierte Grete nach Äpfeln! Damals waren sogar heruntergefallene Äpfel kostbar und nicht für Ziegen bestimmt! Nur durch eine kluge List, konnte sich Grete zuweilen eine ordentliche Portion Äpfel verschaffen…

Gretes Milch nährte die kleine Familie. Sie stellten daraus auch Butter und Käse her. Illa wuchs mit Gretes Milch auf und noch heute, mit 81 Jahren, weint Illa, wenn sie sich daran erinnert, dass die damals schon alte Grete geschlachtet wurde. Zur Konfirmation des großen Bruders 1948, weil sie den Gästen in der schlechten Zeit nichts anderes anzubieten hatten. Zäh wie Schuhleder, blieb das Festmahl in ewiger Erinnerung!

Welche Wertschätzung haben wir für unsere Mitgeschöpfe und für unsere Nahrungsmittel? Früher und heute, in der Not und im Überfluss? Macht uns unser Wohlstand dankbarer, nachhaltiger und mitfühlender? Ich gedenke einer unvergesslichen Ziege und- ich bin (noch) kein Vegetarier!