Wie die Ratte Mercedes ins Dorf Au kam

…und das war nicht mit einem Mercedes und auch nicht per Rattenpost

Maulwurf Gregor saß in einer klaren Nacht auf seinem Maulwurfshügel und genoss die kühle Brise. Der Mond leuchtete so silbern, dass es aussah, als ob Schnee gefallen wäre. Da kam eine Ratte daher gehumpelt, die einen ungepflegten Eindruck machte. Sie sprach ihn an:

„Hey Kumpel! Wüste Gegend hier! Ich heiße Mercedes und bin total erledigt, weil ich schon tagelang herumirre und kein Fressen finde.“

„Ach bitte setzen Sie sich doch, verehrte Ratte Mercedes“, sagte der Maulwurf, „ich habe Sie hier noch nie gesehen!“

Die Ratte seufzte und erzählte:

„Ich komme von weit, weit her und weiß nicht, ob ich jemals wieder den Weg zu meiner Familie nach Hause finden werde. Denn eigentlich wohnte ich in einem riesigen Tunnel in der Großstadt.“

„Oh, wie schön“, freute sich der Maulwurf, „ich wohne auch in einem Tunnel!“ Er deutete nach unten zum Eingang seines Tunnels inmitten des Maulwurfhügels.

Die Ratte schnüffelte neugierig ins Loch und schwärmte: „Mhhm, hier riecht’s lecker nach Pommes und Würstchen!“

„Pommes und Würstchen?“, wunderte sich Maulwurf Gregor, „was soll denn das sein?“ Er verschwand im Tunnel und kam mit Regenwürmern und einer Kartoffel zurück.

Hungrig verschlang die Ratte beides, rülpste behaglich und verkündete immer noch schmatzend:

„Fast so lecker wie in meinem Mülleimer!“

Gregor schnaubte entrüstet: „Unverschämtheit, ich fresse doch keinen Müll! Das war alles frisch aus der Erde!“

„Meine Rattenfamilie wohnte in einem Mülleimer“, erklärte die Ratte schnell, „in der Stadt werfen die Menschen ihr Essen in den Müll. Wir mussten nie Fressen finden, mehr oder weniger landete alles auf unserem Kopf: Bananen, Brötchen, Eis, Ketchup. Echt toll, was die Menschen alles fortschmeißen!“

„Und warum sind Sie dann nicht in Ihrem großartigen Mülleimer geblieben?“, fragte der Maulwurf.

„Ja, das ist eine lange Geschichte!“, seufzte Mercedes bekümmert. Gregor bemerkte ihre Traurigkeit und schob der Ratte zum Trost einen Apfel zu.

„Ich liebe lange Geschichten!“, erklärte der Maulwurf und blickte Mercedes erwartungsvoll an. Die Ratte schniefte, putzte sich mit ihren Pfoten die Schnauze und erzählte:

„Ich wohnte mit den anderen Ratten unter der Großstadt in einem riesigen S- Bahn-Tunnel. Wir Ratten fürchteten uns sehr vor den ständig heranbrausenden S- Bahnen. Die einfahrenden Züge zischten wie Riesenschlangen und sahen auch so aus. Spätestens, wenn sie mit lautem Kreischen bremsten, flohen wir in einen Mülleimer. Es gab auch viele Menschen im Tunnel, aber von ihnen drohte keine Gefahr, weil sie nur auf und ab hasteten. Sobald sie herumstanden glotzten sie alle angestrengt in so ein Ding in ihrer Hand. Nein, die Menschen waren sehr beschäftigt und bemerkten uns nicht.

Eines Tages war es ruhiger im Tunnel. Nur wenige Leute und ein Mädchen mit einem Hund standen auf dem Bahnsteig und warteten auf eine Eisenbahnschlange. Ich ging spazieren, pfiff ein Rattenlied und war guter Dinge. Keiner nahm Notiz von mir.

@naschbaerbauch

Da riss sich plötzlich der Hund los und jagte bellend hinter mir her.

Das Mädchen rief: „Fips, komm sofort hierher!“ Aber der Hund hörte nicht und verfolgte mich!

Ein Lautsprecher ertönte: „Vorsicht am Gleis 2: Zug nach Au fährt ein!“ Die herannahende Eisenbahnschlange kreischte. Ich wollte mich im Mülleimer in Sicherheit bringen, doch der Hund schnitt mir den Weg ab. Panisch flitzte ich in Zick- Zack- Linien.

„Wau, Wau!“, bellte der Hund und schnappte nach mir. Er packte mein Hinterbein, doch ich entriss es ihm schmerzhaft. Mit einem gewagten Sprung entkam ich den Fängen des Hundes und verschwand- im Rachen der Riesenschlange! Ich hatte solche panische Angst und mein Herz schlug wie verrückt. Ich flitzte den Gang entlang so schnell ich konnte, wollte irgendwohin fliehen, da wurde ich plötzlich in eine Ecke geschleudert! Zitternd und bebend lag ich auf dem Rücken und stellte mich tot. Hin und her, vor und zurück rutschte mein schreckstarrer Körper! Ich dachte, ich müsste sterben! Lange lag ich wie tot im Bauch der Riesenschlange. Trotz meiner Angst gewöhnte ich mich an ihre Geräusche und Bewegungen. Irgendwann schliefen wir, die Schlange und ich. Im ersten Morgengrauen riss sie ihr mächtiges Maul auf und ich floh!

Rannte ziel- und planlos durch die Straßen, überall lauerten Gefahren, ich duckte mich in Ecken und Winkel und fand in einer Hauswand ein Loch! Mein neues Zuhause!

Der leckere Geruch von Futter lockte mich zu einem Hamsterkäfig im Kinderzimmer. Sehnsüchtig schnuppernd stand ich davor. Ich pfiff leise nach Rattenart:

„Hey, Wühler, schmeiß ‘mal Essen rüber!“ Der fette Hamster stopfte sich blitzschnell mit Körnern die Backen voll.

„Hab nichts!“, mampfte er dann.

„Mit vollem Munde spricht man nicht!“, zischte ich und wandte mich verächtlich ab.

Da waren nackte fleischige Zehen, direkt vor meiner Nase! Ich schoss in Deckung. Aber bald merkte ich, dass mir keine Gefahr drohte.

„Oh wie süß!“, sagte ein Kind mit sanfter Stimme“, ein Mäuschen!“

Das Kind dachte ich wäre eine Maus! Es baute mir ein Kartonhäuschen mit einem echten Fellbettchen. Ich durfte aus Puppengeschirr fressen und ließ mich sogar streicheln. Das war eine schöne Zeit!

Eines Tages aber, entdeckte mich die Mutter und warf urplötzlich eine Decke über mein Häuschen. Ich war gefangen! Sie ließ mich auf einem Acker mitten in der Pampa frei. Tagelang irrte ich hungrig herum. Nirgends gab es Mülleimer oder Hamsterfutter! Ich wäre wohl bald verhungert! In Wald und Feld zu überleben, hatte ich nie gelernt. Ich war ganz abgemagert als ich endlich im Dorf Au eintraf“, erzählte die Ratte Mercedes.

„Liebe Mercedes, warum wohnen Sie nicht einfach bei mir?“, schlug der Maulwurf vor, „ich würde mich freuen! Im Winter ist es in meiner Höhle recht einsam und zum Fressen gibt’s genug.“

So verbrachte Maulwurf Gregor einen vergnüglichen Winter mit der Ratte Mercedes bis sie im Frühjahr den Rattenkönig heiratete und auf die Ratteninsel zog.

Maulwurf Gregor und Ratte Mercedes blieben jedoch für immer gute Freunde.

Die schlaue Maus

Mäuse sehen sehr niedlich aus und sind beliebte Akteure in unzähligen Kindergeschichten. Tatsächlich wäre ich lieber eine Katze als eine Maus!

Die Maus hat viele Feinde: Katzen, Wanderratten, Steinmarder, Eulen, Greifvögel, Wiesel, Marder, Iltis, Igel und Füchse. Mäuse leben sehr gefährlich und gelten auch als Schädlinge. Mäuse sind aber nicht immer schädlich, denn im Garten  fressen sie auch Insekten, Larven, Schnecken und Würmer.

Solange die Mäuse schön draußen bleiben, sind sie mir egal, aber im Haus nerven sie unerträglich. Sie nagen und knabbern alles an und setzen auf Schritt und Tritt ihre ekligen Köttel ab! Sie schlüpfen überall rein und kommen überall hin und ihr nächtliches Rascheln verursacht Gänsehaut-Alpträume.

Man sollte ja meinen, mit einem tüchtigen Kater sind Mäuse im Haus kein Thema! Das Gegenteil ist der Fall, denn mein Kater Pocky gibt gerne mit seinem Jagderfolg an und bringt lebendige Mäuse in die Küche! Vorzugsweise nachts, wenn alle schlafen!

Eines Nachts brachte uns Pocky  diese Supermaus, die seinen Krallen entkam und fortan in der Einbauküche, hinter den Essensvorräten hauste. Na toll! Wochenlang spielten wir Katz und Maus mit ihr, während unser Kater jegliches Interesse an der hinter Schränken herumhuschenden Maus verloren hatte.

Unsere allererste Maßnahme war, sämtliche Nahrungsvorräte in den Keller zu schaffen und die Küche zur krümelfreien Zone zu erklären. Wir stellten daraufhin unterschiedliche gängige Lebendfallen auf, die mit den verschiedensten Leckereien bestückt wurden.

Das Mäuschen bediente sich eifrig am Buffet, entkam aber stets den modernen Fangmechanismen. Wie schaffte sie das nur? Nussnougatcreme fand sie besonders lecker! Ich wurde sogar meinen Prinzipien untreu und stellte eine scharfe Totschlägerfalle mit Schokocreme auf- die Falle schnappte zu- die Schokocreme war weg und die Maus auch!

Die Supermaus

eine Geschichte in Bildern

Pocky auf der Jagd

Pocky fing nachts eine Maus und spielte mit ihr in der Küche. Die Maus entkam ihm und wohnte fortan hinter den Vorratsschränken.

Hinter der Einbauküche hauste die schlaue Maus.

Supermaus bediente sich aus sämtlichen Lebendfallen.

Selbst von einer tödlichen Schnappfalle schleckte sie die Nuss-Nougat-Creme weg.

Meine erste „Selfmade“ Mausefalle…

Eine Freundin: „Ich würde nur einen Stock verwenden“

Ich: „Vielleicht traut sie sich dann nicht, du musst wissen, wir haben es mit einer intelligenten Maus zu tun!“

2. Freundin: „Ich bin gespannt“

3. Freundin: „Ich drücke die Daumen“

…war ein totaler Reinfall!

Ich schmierte Schokocreme auf den Schwingdeckel eines Mülleimers.

Einen Tag später hörte ich ein Plumpsgeräusch.

Habe den Eimer rausgetragen- was war drin?

  1. Freundin: „Oh je! Das wird nix! Die ist zu schlau!“
  2. Freundin: „Wände mit Öl beschmieren?“
  3. Freundin: „Mach der klugen Maus doch ein nettes Weihnachtsgeschenk und stell ’nen mini Tannenbaum dazu!“                                                              Ich: „Sobald ich sie gefangen habe bringe ich sie dir, dann könnt ihr Weihnachten feiern!“                                                                                                              „Nein, meine dürfen nur in die Pergola! Das sind Erlebnisse aus vergangenen Zeiten!“

„Eine sogenannte Duplo- Falle! Bissle hat die Maus geknabbert, halte euch auf dem Laufenden!“

Kommentar von Freundin: „Ohh neeeeeeeee!“

Kommentar: „Endlich!“

Ich: „Wollte noch Weihnachten feiern mit uns!“

Kommentar: „Herzlichen Glückwunsch! Und allen einen guten Rutsch“

Aber: Ist sie wirklich drin?

Tschüß kleine Supermaus und viel Glück auch weiterhin! Bin soo froh, dass meine Schnappfalle nicht funktioniert hat und ich dich jetzt freilassen kann!